Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora – Geschichte begreifen und Verantwortung verstehen
Am 3. und 5. März 2026 besuchten Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs der Oskar-Schindler-Gesamtschule die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Die Exkursion führte die Jugendlichen an einen sehr denkwürdigen Ort der deutschen Geschichte und bot zahlreiche Möglichkeiten, sich intensiv mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.
Einen besonders eindrucksvollen Einstieg bildete die Beschäftigung mit Biografien ehemaliger Häftlinge und Überlebender. Anhand ihrer Lebensgeschichten setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit individuellen Schicksalen auseinander. Dabei wurde deutlich, dass häufig bereits geringfügige Vergehen, die Herkunft oder der religiöse Glaube ausreichten, um von den Nationalsozialisten verfolgt, verschleppt und in Konzentrationslager deportiert zu werden.
Im Anschluss folgte ein Einführungsgespräch sowie ein Rundgang über das Gelände der Gedenkstätte. Die Gruppe besichtigte unter anderem das ehemalige Häftlingslager mit dem Appellplatz, das Krematorium, den Arrestzellenbau sowie die Hinrichtungsstätte. Darüber hinaus führte der Rundgang durch das ehemalige SS-Lager, zum Bahnhofsbereich und durch Teile der unterirdischen Stollenanlage, in der Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen zur Zwangsarbeit gezwungen wurden.
Ergänzt wurde der Besuch durch Sonderausstellungen, die ständige Ausstellung „Konzentrationslager Mittelbau-Dora 1943–1945“ sowie Originalfilmaufnahmen der Befreiung des Lagers. Besonders bewegend war für viele Schülerinnen und Schüler der abschließende Besuch der Dauerausstellung.
Diese zeigt eindrücklich das vielschichtige Beziehungsgeflecht zwischen dem Konzentrationslager und seinem gesellschaftlichen Umfeld. Dabei wird auch die Rolle von Tätern, Mitwirkenden und Zuschauern kritisch beleuchtet. Thematisiert wird beispielsweise, warum Verantwortliche in Bau- und Rüstungskonzernen, aber auch kleinere Handwerksbetriebe, KZ-Häftlinge als Zwangsarbeiter ausbeuteten. Ebenso wird die Verantwortung von Technikern, Ingenieuren und Managern hinterfragt, die Häftlinge im sogenannten Mittelwerk zur Montage von V2-Raketen einsetzten.
Die Ausstellung regt damit nicht nur zur historischen Auseinandersetzung an, sondern stellt auch grundlegende Fragen nach der Verantwortung von Wissenschaft, Technik und Gesellschaft.
Der Besuch der Gedenkstätte war für die Schülerinnen und Schüler eine sehr eindrucksvolle, bewegende und lehrreiche Erfahrung, die deutlich machte, wie wichtig Erinnerung, Aufklärung und eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte bis heute sind.
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